Masernausbruch in Berlin

Masern Homöopathie Berlin Praxis am Ostkreuz

 

In den letzten Wochen erkranken immer mehr Menschen in Berlin an Masern. Ausgangspunkt der Masernfälle sind wahrscheinlich Asylsuchende aus Bosnien, Serbien oder Herzegowina. Inzwischen erkranken jedoch immer mehr Berliner, vor allem Erwachsene (in Berlin über 50% der Masernfälle) und Kleinkinder unter 2 Jahren. (1) Masern sind vor allem in diesen Gruppen keine harmlos verlaufende Krankheit. Der Erreger ist hochansteckend (ähnlich Windpocken). Das Virus schwächt die Immunabwehr mehr als andere Kinderkrankheiten. Das Krankheitsbild ist häufig schwer, die vollständige Genesung dauert Wochen.

 

Masern Symptome

Das hochansteckende Virus wird durch Tröpfcheninfektion verbreitet (Sprechen, Husten, Niesen). Ca. 8-10 Tage nach Kontakt leiden die Kinder / Erkrankten zuerst unter grippeähnlichen Symptomen mit Schnupfen und Husten, außerdem Schwäche, Fieber bis 41 Grad und Unwohlsein. Häufig tritt zusätzlich eine Bindehautentzündung auf.

 

Im Verlauf kommt es nach ca. 12-14 Tagen in den meisten Fällen zum typischen Masern-Hautausschlag, der sich innerhalb von 5-6 Tagen vom Kopf (hinter den Ohren) zu den Füßen ausbreitet und dann abklingt. Auch während dieser Phase kann noch einmal Fieber auftreten.

 

Die durch den Virus ausgelöste Immunschwäche kann 4-6 Wochen anhalten. In dieser Zeit ist der Körper besonders empfänglich für das Erkranken an weiteren Erregen, besonders Bakterien. Deshalb tritt in dieser Phase bei 5-20% der Kranken eine Mittelohrentzündung oder eine Pneumonie auf. Der Grund für diese schweren Folgeerkrankungen ist, dass während dieser Zeit die Immunarbeit vernachlässigt bzw.  die Immunarbeit nicht unterstützt wird. (z.B. wird das Fieber gesenkt und die Rekonvalaszenz nicht eingehalten (zu früh wieder Arbeiten, Schule, Stress) Mehr zum Thema Immunarbeit zulassen, lesen Sie hier:

 

Masern und Folgekomplikationen

Das Risiko eine Folgeerkrankung nach Masern zu erleiden ist bei unter Zweijährigen und über 20-jährigen am größten. Deshalb kommt es bei 30% der unter 2-Jährigen, ebenso bei fast 20% der 2-19 Jährigen zu einer Krankenhauseinlieferung. 

 

Der Anteil der Komplikationen bei Masern schwankt stark. Laut Robert-Koch-Institut (4) litten im Jahr 2011 - 17,9% aller Erkrankten unter Komplikationen. 2012 waren es 5,9% und 2013 gab es bei 4,8% der Masernkranken Probleme.  Zu schwereren Folgeerkrankungen zählen Pneumonie (Lungenentzündung) Otitis media (Mittelohrentzündung) und die Masern-Enzephalitis, wobei die Masern-Enzephalitis in der Regel tödlich verläuft. Diese schwere Folgeerkrankung trat beim letzten Masernausbruch 2013 bei einem 42-Jährigem auf. (4)

 

Nach Angaben von Wikipedia stirbt einer von 1000 Erkrankten an Masern. Hier wird allerdings nicht unterschieden, ob es sich um Erkrankte in Afrika, Indien oder Deutschland handelt. Das RKI (Robert Koch Institut) gibt auf seiner Webseite an, dass die WHO von einer Sterblichkeit bei Masern in Industrieländern von 0,05% bis 0,1% (1:10.000 bis 1:20.000) ausgeht und das die Sterblichkeit in sogenannten Entwicklungsländern aufgrund häufig bestehender Risikofaktoren (z.B. Mangelernährung oder Immundefizienz, wie AIDS oder Tuberkulose) bedeutend höher sei (in manchen Ländern 5-6%). (8)

 

Vor Einführung der Masernimpfung im Jahr 1970 (1974 BRD) erkrankten praktisch fast alle Kinder an Masern. Als Erwachsene wiesen diese dann eine lebenslange Immunität auf. Die Todesrate bei Masern sank in Deutschland, England und USA ab dem Ende des 2. Weltkriegs bis heute und zwar aufgrund einer Verbesserung der Lebens- und medizinischen Standards, auf fast Nullniveau. Die Impfung wurde erst 25 Jahre später eingeführt (5) und hatte keinen signifikante Auswirkung auf die Sterblichkeit, sondern nur auf die Anzahl der Erkrankungsfälle. 

 

Masern bei Säuglingen und Kleinkindern

Fast alle Kinder (95%) werden in Deutschland bis zum Schuleintritt gegen Masern geimpft.

 

Deshalb erkranken hierzulande häufig vor allem "bewusst"-Ungeimpfte, die unter Einjährigen sowie Erwachsene, am Masernvirus.  Doch besonders bei Säuglingen und Erwachsenen verläuft diese Kinderkrankheit schwerer, als bei älteren Kindern.

 

Babys und Kleinkinder sind normalerweise durch den Nestschutz (Antikörper der Mutter) zu Beginn des Lebens ausreichend Immun- geschützt. Vorraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Mütter selbst die (Kinder-) Krankheiten, wie z.B. Masern durchgemacht haben, denn sonst fehlen die Antikörper für den Nestschutz. (2)

 

Eine Impfung der Mütter in der Kindheit reicht in der Regel nicht für den Schutz des Säuglings aus. Die Antikörper, die durch eine Impfung gebildet werden, sind bei weitem nicht so zahlreich und aktiv, wie die Antikörper, die sich nach einer durchgemachten Erkrankung bilden können.

 

Selbst die Immunität nach durchstandener Erkrankung hält in manchen Fällen nicht mehr lebenslänglich. Grund hierfür, ist der fehlende erneute Kontakt mit dem Erreger und damit das fehlende Training der Immunzellen. (stille Feiung)  Die Immunabwehr, die durch eine Impfung entsteht, lässt häufig innerhalb weniger Jahre wieder nach, da den Antikörpern ebenfalls der Kontakt zum "Wildvirus" fehlt. Die Antikörper "vergessen" mit der Zeit, gegen welchen Erreger sie eigentlich aktiv sein sollten. Sie kommen sozusagen aus dem Training und verlieren ihre Abwehrkraft. (3) Deshalb können selbst nach erfolgter Impfung Erkrankungen auftreten.

 

Dieser "Immunitätslücke" von Kindern im ersten und ab dem 15-Lebensjahr soll (laut WHO) entgegengesteuert werden, indem durch eine ständige Durchimpfung der gesamten Bevölkerung, der Kontakt zum Maservirus eingedämmt wird. (sog. Herdenschutz)

 

Dieser "indirekten Schutz" kann natürlich, wie die letzten Masernausbrüche zeigen, nicht gehalten werden. Denn dazu müsste sich Deutschland abschotten und alle Einreisen ins Land verhindern. Der Masernausbruch vom Dez. 2014 bis jetzt, ging von Asylsuchenden aus Bosnien, Herzegowina und Serbien aus. Der letzte größere Masernausbruch in Berlin wurde im Febr. 2013 durch (Erwachsene) Teilnehmer der Messe Fruit Logistica ausgelöst.


(10) Virologen der Uni Bonn fanden heraus, dass viele hochinfektiöse Virenarten (ua. Masern- oder Mumpsviren) natürlich in Fledermäusen vorkommen. Weder die Wildtiere, noch die darin lebenden gefährlichen Viren wären jemals sicher ausrottbar.

 

Genaue Zahlen - Masern und Impfung

Beim letzten Masernausbruch erkrankten ca.1500 Personen am Masernvirus. Von diesen Personen waren 85% ungeimpft (in Deutschland kann man davon ausgehen, dass die Entscheidung zur Nichtimpfung explizit getroffen wurde).

 

Unter den Masererkrankten befanden sich jedoch auch 190 geimpfte Personen (deren Impfungstatus zeitlich nicht mehr aktuell war). 49 Personen erkrankten an Masern, obwohl diese einen aktuellen und vollständigen Impfstatus aufwiesen.(4)


Masernimpfung Vor- und Nachteile

Empfohlen wird laut STIKO eine Masernimpfung in Kombination mit Röteln, Mumps und Windpocken ab dem 11. Lebensmonat. Die Impfung enthält abgeschwächte Viren und soll das Immunsystem zu einer Immunantwort und damit zur Immunität animieren. Einzelimpfstoffe sind in Deutschland nur sehr eingeschränkt und nur auf Nachfrage zu erhalten.

 

Vorteilhaft ist, dass der Masernimpfstoff keine Adjuvantien (Wirkverstärker wie Aluminiumsalze) benötigt. In der Regel reagiert das Immunsystem auf die Lebendbestandteile im Impfstoff und bildet Antikörper.

 

Vorraussetzung für einen ausreichende Antikörperbildung und damit den Impfschutz ist allerdings, dass  die Immunaktivität (z.B. das Fieber) nach der Impfung nicht mit fiebersenkenden Medikamenten (Paracetamol, Ibuprofen, etc.) unterdrückt wird. Impfschäden und Impfkomplikationen entstehen häufiger, wenn das Immunsystem in seiner Arbeit gestört und die Immunantwort unterbrochen wird. Die Zahl der Antikörper bleibt außerdem geringer, so dass kein hinreichender oder ein zu kurzer Immunschutz enstehen kann. Die Geimpften erkranken trotz Impfung.

 

Zeigt sich eine deutliche Impfreaktion, wie z.B. Fieber oder Impfmasern, ist dies in der Regel ein gutes Zeichen, da das Immunsystem deutlich reagiert und es zu einer Antikörperbildung kommen kann.

 

Kranke Personen bzw. Kinder, Schwangere und Stillende dürfen nicht geimpft werden. Auch muss jeder Arzt laut Gesetz über Wirkung und Nebenwirkung der Impfung ausfühlrlich aufklären. Vorgesehen sind hierfür ca. 10 Minuten.

 

Um einen Immunschutz zu gewährleisten, muss die Impfung aller 5-10 Jahre aufgefrischt werden. Außerdem kann man auch mit aktuellem Impfstatus nicht 100% vor einer Masernerkrankung geschützt sein und setzt sich / bzw. sein Kind evtl. einem unnötigen Sicherheitsrisiko aus (z.B. "mein Kind ist geimpft, da kann nichts passieren"). Eine Aussage über eine vorliegende Immunität kann nur über eine Titer- / Antikörperbestimmung im Blut getroffen werden.

 

Masernimpfung Nebenwirkungen

Laut Herstellerangaben (6) kommt es nach der Impfung mit dem Masern - Einzelimpfstoff Merieux häufig zu entzündlichen Erkrank- ungen im Nasen-Rachenraum, Verdauungsstörungen, grippeähnlichen Symptomen, Bindehautentzündung und Fieber. (9) Weniger häufig (1:100) kommt es zu allergischen Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktion, z.B. Nesselsucht.

 

Außerdem wird im Beipackzettel von Sanofi Pasteur (6) angegeben: kann es durch die Impfung auch selten zu Mittelohrentzündungen, Fieberkrämpfen, Gangunsicherheiten und Störungen im zentralnervalen System kommen. (z.B. Neuritis, Guillain-Barré-Syndrom) In Einzelfällen ist von Meningo-Enzephalitis und Rückenmarksentzündung berichtet wurden. 

 

Die Nebenwirkungen von Kombinationsimpfstoffen (MMRV) sind in der Regel vielfältiger, da nicht nur eine Virulanz in den Körper eingebracht wird, sondern verschiedene virale Lebend-Bestandteile, den Körper zu einer Immunantwort bringen sollen. Es gibt beim Paul-Ehrlich-Institut bisher gemeldet und dokumentiert, 15 Todesfälle nach einer Masernimpfung. (7) 

 


Quellenangabe:

(1) RKI: Epidemiologisches Bulletin Nr. 5 http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/05_15.pdf?__blob=publicationFile

(2) http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/48_13.pdf?__blob=publicationFile

(3) Leuridan E, Hens N, Hutse V, et al.: Early waning of maternal measlesantibodies in era of measles elimination: longitudinal study. BMJ 2010#

(4) http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/48_13.pdf?__blob=publicationFile (Seite 5)

(5) Health Sentinel, "United States Disease Death Rates", healthsentinel.com

(6) http://www.heike-dahl.de/app/download/10135111512/Masern-Impfstoff-Merieux-2005-02.pdf?t=1423318542

(7) http://www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/pharmakovigilanz/uaw-datenbank/uaw-datenbank-node.html;jsessionid=E03DA5A2F515F552498C565AF892C6BD.1_cid354

(8) http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html

(9) http://portal.dimdi.de/amispb/doc/pei/Web/2613043-palde-20130201.pdf

(10)  http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/102-2012