Soll ich mein Kind impfen lassen, ja oder nein?

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Es geht um Gesundheit und Verantwortung

 

Ich werde oft gefragt, wie ich zu Impfungen stehe und ob "man" sein Kind, oder sich, impfen lassen soll, oder nicht.

 

Die Antwort hierzu ist sehr vielschichtig und nicht so einfach. So, wie die gesamte Debatte zu diesem Thema sehr kompliziert ist.

 

Es geht ja leider sogar soweit, dass Impfbefürworter oder Impfgegner sich gegenseitig anfeinden. Das Thema ist extrem emotional aufgeladen. Und ja, ich verstehe auch warum. Es bewegt die schlimmsten Ängste in uns und es geht um viel- nämlich um Gesundheit und Verantwortung.

 

Impfung ja oder Nein, ein ewiges Dilemma

Wo fange ich an? Am besten so, wie ich es den Menschen erkläre, die mich nach meiner Meinung fragen. Meine erste Antwort ist immer: "Was denken Sie denn selbst zu dem Thema?"  Die meisten Eltern (ich sag jetzt mal Eltern, weil tatsächlich fast außschließlich Eltern wegen ihres Kindes fragen) antworten mir, dass sie eigentlich gern impfen möchten, denn sie haben Angst. Sie haben Angst davor, dass ihr Kind einen bleibenden Schaden davon trägt, wenn es an einer Kinderkrankheit erkrankt. Und sie haben Angst vor ihrem Kinderarzt / Ärztin, denn die meisten Kinderärzte (zumindest in Berlin) machen den Eltern gehörigen Druck, wenn diese sich gegen eine Impfung entscheiden. Und dann frage ich, warum sie denn nicht impfen? Meist bekomme ich die Antwort, dass sie auch Angst hätten, dass ihr Kind einen Schaden von der Impfung davon tragen könnte. 

 

Das ist natürlich ein riesiges Dilemma - und ja, es ist wirklich ein Dilemma. Auch ich finde diese Situation sehr schwierig. Wie auch immer man sich entscheidet, man ist immer der/die Doofe. Eigentlich will man nur das Beste für sein Kind. Auch die Ärzte wollen das und auch die Impfgegner wollen das. Was nun?

 


Impfung schützt vor Krankheit nicht

 

Ich erzähle dann immer meine Geschichte zu diesem Thema: Ich selbst bin ein "DDR-Kind" und durchgeimpft, wie fast alle "DDR-und BRD- Kinder, aus den Siebzigern-Neunzigern". Mein Impfausweis wurde immer ganz ordentlich geführt und in der 10. Klasse bekamen alle Mädchen im Arztzimmer in der Schule nochmal einen Piecks in den Oberarm, so zum Abschied, bevor sie in die Welt entlassen wurden. Ich sehe mich sogar noch in der Schlange stehen, in "freudiger" Erwartung der Spritze. Ich habe später im Impfbuch nachgeschaut, weil ich es nicht glauben konnte, es war aber wahrhaftig meine dritte Rötelnimpfung.

 

Einige Jahre später allerdings, erkrankte ich an Röteln, und zwar im Vollbild. Und das, obwohl ich einen vollständigen Impfschutz besaß. Und ich war damals auch schwanger, also genau das Worst-Case-Szenario, was man eigentlich mit der ganzen Impferei vermeiden wollte. Auch hier erinnere ich mich noch genau- die Ärztin sagte damals ganz klar: (da war dann schon "Westen") >>Der Impfstoff zu "Ost-Zeiten" wäre nicht so qualitativ hochwertig, wie heutzutage.<< Naja - ich war jung und glaubte ihr das.

 

UNsicherheit macht Gefügig

 

Einige Jahre später bekam ich meinen ersten Sohn. Diesen habe ich erst einmal "normal" impfen lassen, weil ich mit Naturheilkunde und alternativen Dingen noch so gar nichts am Hut hatte. Sowas wie Internet gab es damals auch noch nicht. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich mir die Informationen aus Büchern holen müssen, aber welches Buch kauft man dann? Aber, das ist ein anderes Thema. Für mich kam zu dieser Zeit also nichts anderes in Frage, als das, was die Kinderärztin mir empfahl. 

 

Impfgegner und Impfbefürworter arbeiten gleichwohl mit Angst!

 

Als ich mich dann, vor 19 Jahren,  anfing mit Homöopathie und alternativen Heilververfahren zu beschäftigen, begann ich auch erstmals, Alternativen zu Impfungen zu erwägen. Ich ging mit meinen Kindern zu einer Heilpraktikerin in Behandlung. Sie lehnte die Impfungen rigeros ab. Die Heilpraktikerin selbst hatte keine Kinder und verstand meine Ängste in keiner Weise. Deshalb bin ich irgendwann nicht mehr zu ihr gegangen. Genauso bin ich aber auch nicht mehr zu meiner Kinderärztin gegangen. Sie reagierte ebenfalls mit absolutem Unverständnis auf meine Frage nach Impfschäden und Alternativen. Ich hatte Angst und zwar vor meiner Heilpraktikerin und vor meiner Kinderärztin. Ich fühlte mich mit dem Thema absolut im Stich gelassen.

 

Nachdem ich dann jahrelang verschiedene naturheilkundliche, alternativmedizinische und medizinische Ausbildungen hinter mich gebracht habe und da ich am eigenen Leib erfahren habe, dass Impfungen nicht immer vor Krankheit schützen, fühlte ich mich sicher genug, zusammen mit meinem Mann zu entscheiden, dass wir die jüngeren Kinder zu diesem Zeitpunkt nicht impfen lassen.

 

Kinderkrankheiten muss man auch Händeln können

 

Solange keine Kinderkrankheit ansteht und die Kinder gesund sind, fühlt sich "Nicht.-Impfen" natürlich gut an. Doch irgendwann kamen Windpocken. Die haben alle ganz gut weggesteckt. Es war zwar schon anstrengend, aber der Juckreiz war gut zu händeln und sieben Tage krank-zu-Haus, war auch irgendwie mach- und organisierbar.  Als die beiden jüngeren Kinder gleichzeitig an Keuchhusten erkrankten (die Großen waren ja geimpft), hat uns das allerdings schon sehr herausgefordert. Neben den Symptomen der Kinder: Tag und Nacht Husten, Würgen, Luftnot und Erbrechen, musste eine/r von uns natürlich wieder der Arbeit fern bleiben und die Kinder bekümmern.

 

Wenn mich also Eltern nach Impfungen fragen, frage ich auch immer zurück: können Sie 2-4 Wochen zu Hause bleiben, ohne ihren Job zu verlieren? Denn ein Kind mit Keuchhusten darf nicht zur Schule oder in die Kita und später, wenn sich die Wäscheberge türmen, weil man jede Nacht das Bettzeug wechseln muss und man nächtelang nicht geschlafen hat, ist man auch nicht wirklich arbeitsfähig.

 

Schaffen Sie es, bei Ihrem Kind zu sitzen, wenn es über mehere Tage hinweg 40 Grad Fieber hat? Denn niemand, außer sie selbst, sitzt am Bett ihres Kindes, in der Nacht. Weder die Heilpraktikerin noch die Ärztin, weder der Impfbefürworter noch der Impfgegner. Die Zeiten, wo wir in Großfamilien und Mehrgenerationen zusammen gelebt haben, die Großeltern sich bei Krankheit um ihre Enkel kümmerten und abends dann noch das Essen auf dem Tisch stand, wenn man selbst nach Hause kam- diese Zeiten sind nicht mehr. Können Sie die Pflege eines oder mehrerer schwerkranken Kinder in ihren Alltag wirklich leisten? Wenn sie diese Frage für sich beantworten können, werden Sie wohl auch wissen, ob sie impfen lassen, oder nicht.

 

Gut - also wir haben das geschafft, aber wer diesen Weg geht, darf ihn nicht gehen, weil ihm irgend jemand dazu geraten hat, sondern er/sie muss ihn gehen, weil er/sie davon absolut überzeugt ist, dass dies der richtige Weg ist.

 

Impfungen haben Nebenwirkungen

 

Und natürlich sind wir Heilpraktiker/innen die, in deren Praxen sich die Kinder und ihre Eltern einfinden, die einen Impfschaden nach einer Impfung davon getragen haben. Das habe ich und Kollegen/innen schon mehrfach erlebt. In den meisten Fällen werden diese vorher von den Ärzten abgewiesen und es wird behauptet, es gäbe kein Zusammenhang zur Impfung. Eine Kollegin bekam einen rollstuhlpflichtigen Impfschaden ihres Kindes, nach 20 Jahren "Kampf vor Gericht" endlich anerkannt. Diese Szenarien bringen uns dazu, Impfungen in Frage zu stellen und über Alternativen nachzudenken.

 

Fakt ist: An Kinderkrankheiten können Kinder Sterben

 

Und zu guter Letzt muss ich auch noch einmal für die, von den "Impfgegenern" gescholtenen Ärzte (mit denen ich Rahmen meines Studiums zusammen studiert und diese gut kennengelernt habe) in die Bresche springen. Ein Kinderarzt mit einem Durchlauf von mind. 100 Kindern pro Praxistag sieht natürlich das ein oder andere Kind mit schweren Folgeschäden, zum Beispiel nach einer Maserninfektion. Oder es stirbt ihm/ihr ein Kind mit Meningokokken unter den Händen weg. Was soll ein Arzt denn sagen, wenn er so etwas erlebt hat? Natürlich wird er empfehlen zu impfen, als einzig logische Erklärung aus seinem wissenschaftlichen Wissensstand heraus. Denn auch er will nur das Beste für seine Patienten.

 

Wie sehr sich Ärzte angeblich von der Pharmalobby manipulieren lassen, will ich an dieser Stelle gar nicht beurteilen. Ich bin der festen Überzeugung, dass diejenigen, die mit und für Patienten arbeiten, dies nach besten Wissen und Gewissen, zum Wohle des Patienten, aus ihrem jeweiligen und verfügbaren Kenntnisstand tun.

 

Worst-Case geht mit oder Ohne Impfung

 

Aber selbst, wenn man geimpft ist, kann "man" trotz allem erkranken, so wie ich es am eigenen Leib erfahren habe. Worst-Case geht also mit, oder ohne Impfung. Und wenn das geimpfte Kind dann während einer Maserepidemie in die Kita oder Schule geschickt wird, weil man sich in Sicherheit wähnt? Bei den Masernepidemien in Berlin waren unter den Erkrankten 1/5 Geimpfte. Sind da die Impfstoffe (wie mein DDR_Impfstoff) auch von schlechter Qualität gewesen?

 

Die Frage nach dem Für oder Wider kann und will ich nicht beantworten. Diese Frage muss sich jede/r selbst beantworten. Es bleibt also immer noch das Dilemma. Nur das eine: Man kann nie auf alles vorbereitet sein, niemand kann vor Allem beschützt werden. Weder mit, noch ohne Impfung.




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