Jede/r Dritte Deutsche leidet unter einer Nahrungsmittelintoleranz

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Unspezifische Bauchschmerzen
= Diagnose ReizdarmSyndrom

 

 

Unspezifische Bauchbeschwerden stellen weltweit ein erhebliches Problem dar.  Viele Patienten werden mit ihren Schmerzen und Symptomen in den ärtzlichen Praxen vorstellig und dann nach oft monatelanger Behandlung und Diagnostik mit der Diagnose Reizdarm entlassen. Häufig ohne wirkliche Hilfe erhalten zu haben. 1 In Deutschland glaubt ein Großteil der Bevölkerung, dass deren Beschwerden daran liegen, dass sie ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht vertragen. 2 Doch nur bei 4% konnte eine echte Allergie oder Intoleranz diagnostiziert werden. 3 Ratlos suchen von diesen Betroffenen einige dann eine naturheilkundliche Praxis auf, in der Hoffnung hier eine Lösung für ihre Beschwerden zu finden.

 

NahrungsmittelUnverträglichkeiten Sind Komplex und nicht einfach zu verstehen

 

Allergien und Unverträglichkeiten sind nicht einfach zu verstehen. Nicht nur die Lebensmittel selbst scheinen eine Rolle zu spielen. Vielmehr kommen auch unbewusste Vorgänge und Prägungen in Frage, Auslöser für Unwohlsein und Beschwerden zu sein.

Neuste Forschung zeigen: allein ein Bild oder eine Vorstellung reicht aus, um das Angstzentrum im Gehirn zu aktivieren und Beschwerden hervorzurufen.

 

Die Betroffenen erlernen, dass bestimmte Nahrungsmittel Symptome hervorrufen. Später reicht es aus, nur noch Fragmente, wie den Geruch, Geschmack oder den Gedanken an dieses Nahrungsmittel, als Warnsignal wahrzunehmen und allein damit Symptome auszulösen oder zu verstärken. 4


 

Die Patienten nennen bestimmte Nahrungsmittel häufig als Grund für Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall oder Verstopfung, Blähungen, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit. Die möglichen Zusammenhänge sollten ernst genommen werden. Viele Betroffene stellen fest, dass es ihnen nach dem Weglassen der von ihnen in Verdacht stehenden Nahrungsmittel besser geht.

 

Von echten Immunglobulin E (IgE) vermittelten Nahrungsmittelallergien sind weitaus weniger Menschen betroffen. Diese werden ganz klar von den Nahrungsmittelunverträglichkeiten abgegrenzt.

 

Nahrungsmittelunverträglichkeit ist keine Allergie

 

Als Nahrungsmittelallergie wird eine Reaktion auf ein Nahrungsmittel bezeichnet, wenn ein krankmachendes Symptom wiederholt reproduzierbar und schon mit kleinen Mengen des Allergens auslösbar ist. Zudem ist eine Allergie in der Regel immunologisch nachweisbar. 5 Doch alleine bei 50% der Deutschen zeigen sich die IgE im Bluttest erhöht, obwohl wiederum nur die Hälfte der Getesteten Beschwerden zeigen. 6 Und selbst bei Bluttests mit Nahrungsmittelallergenen, die Antikörperbildung zeigen, reagierten die Probanden auf die selben Allergene im oralen Provokationstest dann unauffällig.

 

Der Hauptunterschied zwischen Nahrungsmittelallergie und Nahrungsmittelunverträglichkeit ist, dass bei Symptomen und nachgewiesener IgE vermittelten Allergie, das auslösende Nahrungsmittel strikt zu meiden ist, da es zu lebensbedrohlichen Reaktionen (anaphylaktischer Schock) führen kann. Ein weiterer Unterschied: Allergien können in der Regel nicht ausheilen.

 

Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten bereiten die Nahrungsmittel zwar Symptome, es besteht jedoch im allgemeinen keine Lebensgefahr nach Genuss des Stoffes. Da sich die Beschwerden jedoch oft jahrelang bemerkbar machen und häufig schon viele Arztbesuche und Diagnoseversuche unternommen wurden, ohne Besserung zu erlangen, nehmen diese Unverträglichkeiten bei Patienten einen deutlich größeren Leidensstellenwert ein.

 
Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind immunologisch nicht nachweisbar. Deshalb bleibt die Diagnose oft schwierig. Dies könnte die Diskrepanz zwischen gefühlter und diagnostizierter Krankheit erklären. Schulmedizinisch nicht anerkannt sind alternative Diagnoseverfahren, wie Kinesiologie, IGG4 – Bluttests, Bioresonanz, Irisdiagnostik, Haartests oder cytotoxische Lebensmitteltests. 7 

 

Die größte Beachtung findet in der Bevölkerung die Laktoseunverträglichkeit. Denn nach dem Genuss von Milchprodukten zeigen ca. 15-20% der Konsumenten Symptome. Weit häufiger tritt allerdings die Kohlenhydrat-Malabsorbtion, bzw. Fructosemalabsorption auf. Hier sollen in Deutschland ca. 30 % der Bevölkerung belastet sein, zum Teil ohne dies in einen Zusammenhang mit ihrer Nahrungsaufnahme zu bringen. 10

 

Die Vier Hauptgruppen der Nahrungsmittelunverträglichkeiten

 

Es werden vorrangig vier Hauptgruppen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten unterschieden: 8

  • Fuctose- und Sorbitolunverträglichkeit, bei 30-40% der deutschen Bevölkerung,
  • Laktoseunverträglichkeit, bei 15-20% der deutschen Bevölkerung,
  • Glutenunverträglichkeit (= Weizensensitivität), bei 0,5 – 7 % der Bevölkerung,
  • Histaminunverträglichkeit, bei 1-4 % der deutschen Bevölkerung.

Die bedeutendsten Nahrungsmittelallergene sind an erster Stelle Kuhmilcheiweiß, gefolgt von Hühnereiweiß, Erdnuss, Haselnuss und anderen Baumnüssen, Fisch, Weizen, Soja, Apfel, Karotte und Schalentiere. 9

 

 

Lesen Sie im nächsten Artikel, welches Lebensmittel bei einer Intoleranz, welche Beschwerden und Symptome hervorruft.

 

Quellen Literatur Nahrungsmittelintoleranz

 (genauen Quellentext bitte unter info@heike-dahl.de anfordern)

 

 

1 Born, „Carbohydrate malabsorption in patients with non-specific abdominal complaints“.

2 „Die Gluten-Laktose-Erdnuss-Verschwörung - Newsletter“.

3 Acker u. a., „Prevalence of Food Allergies and Intolerances Documented in Electronic Health Records“.

4 Prof. Sigrid Elsenbruch, Uniklinik Essen DukoZy, Quarks und Co - Alles unverträglich?, ab Min. 43.

5 „PosPap_Kuhmilch_2009.pdf“.

6 „Die Gluten-Laktose-Erdnuss-Verschwörung - Newsletter“.

7 Schäfer, „Epidemiologie der Nahrungsmittelallergie in Europa“,S. 13.

8 „Nahrungsmittel-Intoleranzen: Unverträglichkeiten erkennen und gut damit leben: Amazon.de: Maximilian Ledochowski: Bücher“.

9 „Paed._Allerg._Sonderheft_NMA_2009.pdf“, 7.

10 „PubMed Central Full Text PDF“.




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